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Goliath liegt am BodenÜber 350 Kilogramm gelatiniöser Sprengstoff, 300 Zünder und rund 1000 Meter Kabel haben „Goliath“ in die Knie gezwungen. Sein Fall war eine „Punktlandung“. Exakt nach Plan um 9.56 Uhr sorgte die erste Zündung, dass der mittlere Wohnturm in sich zusammen sackte. Zwei Sekunden später zündeten die Sprengsätze im Nordturm. Nach weiteren zwei Sekunden knallte es im Südturm, der exakt wie geplant Schlagseite bekam und in Richtung der anderen Wohntürme fiel. Eine unglaublich präzise Sprengung, alles verlief nach Plan. Bernd Zaum konnte erleichtert und souverän das Viktory-Zeichen machen, Sprengmeister Hopfe hatte sich wie schon beim „Langen Oskar“ in Hagen als exzellenter Partner des Winning Team bewährt: Der Betonschutt landete im vorbereiteten Fallbett. Nicht einmal die umstehenden Bäume wurden beschädigt, geschweige denn die vorbeiführenden Straßen oder benachbarten Gebäude. Nur 48 Meter von Goliath entfernt war eine Tankstelle durch ein 180 Meter langes Gerüst geschützt worden. Rund 7000 Schaulustige verfolgten bei strahlendem Sonnenschein im Freien, wie das mit 54 Metern höchste Gebäude in der Stadt Marl und im gesamten Kreis Recklinghausen in sich zusammen sank. Der 1973 errichtete Wohnkomplex entsprach damals eher luxuriösen Ansprüchen. Doch über die Jahre verkam „Goliath“ immer mehr, zuletzt hatte er zwei Jahre leer gestanden. Jetzt macht er Platz für neue Investitionen und eine bessere Zukunft. Am Einkaufszentrum Marler Stern soll ein neuer Saturn-Markt entstehen. Die Feuerwehren der Stadt Marl und vom Werk Infracor sorgten mit 16 Wasserwerfern und fünf Hydroschilden mit 30000 Litern in der Minute dafür, dass beim Einsturz Staub gebunden wurde. Trotzdem zog eine große Staubwolke über den Marler Stern. Als sie sich verzogen hatte, bot sich den Marlern eine neue Perspektive – ohne das wenig geschätzte Hochhaus. Unter den Zuschauern war auch Ingrid Heinen, stellvertretende Bürgermeisterin von Marl, erleichtert. Die Sprengung war die Konsequenz einer jahrelangen Diskussion um die zukünftige Stadtplanung. Mit dem lauten Knall hofft die Stadt Marl jetzt auf einen hoffnungsvollen Neuanfang an dieser Stelle. Die 17000 Tonnen Schutt werden keineswegs fortgeschafft, sondern bleiben vor Ort. Das Gelände wird damit geebnet und dient dann als Fundament für einen Elektronikmarkt. Vielleicht wird Bauleiter Holger Schmidt, seit drei Jahren Mitarbeiter bei P&Z, dann dort einmal einkaufen. Ob dann die Kunden noch ahnen, dass an dieser Stelle einmal das Hochhaus Goliath stand? Die Filme zur Sprengung mit freundlicher Genehmigung von bauforum24.biz Video in 320x240 als Windows Media (8MB) >> Video in 720x576 (DVD Auflösung) als Windows Media (25MB) >> Die Bilder zur Vorbereitung der Sprengung >> Die Bildergalerie zur Sprengung >> Links zu den beteiligten Firmen : PL2 Pluralis Heitkamp Umwelttechnik GmbH Thüringer Spreng mbH WPSchmitt Bauträger AG Besuchen Sie auch unser Archiv >> |
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